Wandern und Bergsteigen

Wandern ist sozusagen die Kernkompetenz der Naturfreunde. Wobei man nicht nur das Wandern als Möglichkeit von einem Punkt zum anderen zu gelangen sehen sollte, sondern die gesundheitsfördernde Wirkung eines längeren Fußmarsches mit vollem Gepäck. Nicht jedermanns Sache, aber unstreitig eine ernst zu nehmende sportliche Betätigung. Längere Wanderungen waren dabei eine „Spezialität“ der Naturfreunde, über das bloße Spazierengehen rümpfte man die Nase.
Das Wandern war aber nicht nur Selbstzweck: Mangels finanzieller Mittel sahen sich die Arbeiter gezwungen, ihre nähere Umgebung zu erwandern.
Das Gemeinschaftserlebnis stand dabei neben dem Aufenthalt an der frischen Luft im Vordergrund. Der Ablauf einer Wanderung glich beinahe einem Ritual. Frühmorgendliches Treffen an einem vereinbarten Punkt, Aufbruch zu Fuß bzw. zunächst mit der Bahn bei weiter entfernten Zielen – die Wanderung dauerte eigentlich immer mehrere Stunden, zur Mittagszeit durfte das Abkochen nicht fehlen. Aufwändige Besuche in Gasthäusern waren dagegen eher die Ausnahme – es fehlte an Geld.

In Österreich, der Schweiz und in den beiden südlichen Naturfreunde Gauen des Deutschen Reichs standen das alpine Bergsteigen und das Hochtourengehen in der Beliebtheit ganz vorn.
Da Hessen kein Hochgebirge besitzt, ist diese Sportart nur am Rande vertreten. Das heißt nicht, dass die Naturfreunde Hessen nicht auch einige tüchtige Alpinisten hervorgebracht hätten.