Arbeitersport

Als sich die Naturfreunde 1895 in Wien gründeten, war ihr Selbstverständnis das einer Sportorganisation. Wandern und Bergsteigen kräftigen Körper und Geist und sorgen für die Verbesserung der Gesundheit. Folgerichtig waren die Naturfreunde auch immer Bestandteil in den verschiedenen Arbeitersportkartellen der einzelnen Länder. Mit der Entwicklung des Breitensports kamen in der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg weitere Natursportarten dazu. Winter- und Wassersportsektionen bildeten sich aller Orten.
In Hessen, einer ausgeprägten Mittelgebirgslandschaft, stand das Bergsteigen eher nicht im Vordergrund. Neben dem Wandern (und mit Wandern sind Ganztagestouren bis zu 30 km gemeint), hatten im Terminplan der Naturfreunde das Skitourengehen, der Langlauf und der eine oder andere „Abfahrtslauf“ im Winter sowie ausgedehnte Faltbootfahrten im Sommer einen festen Platz.
Die sportbegeisterten Naturfreunden lehnten, wie andere Arbeitersportorganisationen auch, den auf Wettkampf und Konkurrenz basierenden bürgerlichen Sportbegriff ab. Ab Mitte der zwanziger Jahre gab es an dieser Stelle auch eine gewisse „Aufweichung“ der Positionen und gerade im Wintersport finden sich vereinzelt auch Arbeitersportwettkämpfe, ohne aber die grundsätzliche Haltung zum „Rekordsport“ damit aufzugeben.