Wandern und Musik, Zusammensitzen vor und im Naturfreundehaus, gemeinsames Singen von Arbeiterliedern mit Musikbegleitung -auf fast jedem Gruppenfoto ist dieses Motiv zu finden. Es ist sicher kein Alleinstellungsmerkmal der Naturfreunde, dass sie in ihren Reihen viele „Musikanten“ hatten. Auch in bürgerlichen Vereinen findet man solche Bilder. Aber die Anzahl der musizierenden Naturfreunde ist doch beeindruckend.
Wenn man die Gründungsgeschichten der einzelnen Naturfreundeortsgruppen ansieht, sind es immer wieder Anschlüsse bzw. Übertritte von kleinen Wander- und Musikgruppen zu dem sich rasch entwickelnden „Weltverein“. Die meisten Ortsgruppen in Hessen hatten eine Musiksektion, die für Auftritte und Konzerte probte, oder einfach nur musikbegeisterte junge Menschen zusammenführte. Diskussionen über das richtige Liedgut im Verein wurden geführt, und eigene Liederbücher erschienen.
Anfangs der 30er Jahre bildete sich in den Ortsgruppen südlich von Frankfurt eine eigene Gaumusik, in der sich besonders engagierte Musiker zu einem größeren Orchester zusammenschlossen. Die typischen Instrumente waren Gitarre, Mandoline und auch die Geige – eben die Instrumente, die man beim Wandern mit sich führen konnte.






