Publikationen

Um den Zusammenhalt der oft weit auseinanderliegenden Ortsgruppen zu gewährleisteten, schufen die hessischen Naturfreunde Gauzeitschriften, in denen sowohl Organisatorisches als auch Programmatisches veröffentlicht wurde.
Neben den Verlautbarungen der Gauleitungen und Ortsgruppen wurden wichtige zentrale Termine (Gautage, Gausternwanderungen etc.) bekannt gemacht. Hier finden sich die Protokolle wichtiger Sitzungen und eine Fülle von Aufsätzen zu den Kernthemen der Naturfreunde, wie Berichte von Wanderungen, naturwissenschaftliche Abhandlungen, Kulturthemen wie Fotografie und Kunst, aber auch gesellschaftspolitische Themen wie z.B. das Verhältnis des Altenverbandes zur Naturfreundejugend.
Im Gau Mittelrhein-Main erschien vor dem 1. Weltkrieg zunächst ein monatliches Mitteilungsblatt der Ortsgruppe Frankfurt/Main. Nach Ende des Krieges schlossen sich erst einige Ortsgruppen diesem Mitteilungsblatt an, und mit der offiziellen Gründung des Gaues Mittelrhein-Main erschienen im Oktober 1920 erstmals für alle Ortsgruppen die Zeitschrift „Touristen-Verein Die Naturfreunde Gau Mittelrhein-Main“. War der Umfang des Blattes anfänglich noch recht bescheiden, entwickelte es sich analog dem immer größer werdenden Abnehmerkreis zu einer regelrechten Zeitschrift. Mit Beginn des Jahres 1925 änderte sich Aufmachung und Name. Die Mitgliederzeitschrift hieß fortan „LUGINSLAND“. Ein modernisiertes Erscheinungsbild und auch bald einzelne Fotos machten die Zeitschrift attraktiver und die manchmal kontrovers diskutierten Aufsätze spiegelten das innerverbandliche Leben wider.
Das LUGINSLAND erschien bis zum Verbot der Naturfreunde im Jahr 1933. Heft 3/4 war die letzte Nummer.

Der wesentlich kleinere Gau Niederhessen-Südhannover hatte auch eine eigene Gauzeitschrift. Ähnlich der Entwicklung im Süden Hessens entstand das Gaublatt zunächst aus den Mitte 1914 erstmals erschienen Mitteilungen der Ortsgruppe Kassel. Als 1920 der Gau Niederhessen-Südhannover entstand, schlossen sich zuerst Göttingen und Elgershausen der Zeitschrift an. Damit wurden aus den Ortsgruppenmitteilungen Gaumitteilungen, die sehr schnell alle damals existenten Ortsgruppen in Nordhessen umfassten. Auch hier gab es Ende 1925 eine Modernisierung, damit einher ging eine Namensänderung, mit dem beziehungsreichen WETTERLEUCHTEN ging es drei Jahre weiter. In 1929 schloss man sich der Gauzeitschrift des Nachbargaus Thüringen an und wieder ein Jahr später ist der Gau Niederhessen im reichsweit erscheinenden WANDERER zu finden. Das blieb dann so, bis zum Verbot der Naturfreunde 1933.

Neben einigen Sonderdrucken zu Jubiläen und Auslandsreisen der hessischen Naturfreunde, war der Wanderführer für den Gebirgskranz rund um Frankfurt eine Publikation mit einer etwas höheren Auflage. Verfasst anlässlich der Arbeiter-Olympiade in Frankfurt 1925 enthält das Heft eine Reihe von Wandervorschlägen zu Zielen in den südhessischen Mittelgebirgen. Die Wanderungen erschienen zunächst sukzessive in der sozialdemokratischen „Volksstimme“ und wurden dann in diesem Bändchen zusammengefasst.

Zum Ende der Weimarer Republik trat auch die hessische Naturfreundejugend mit ihren „Jugendführer-Blättern“ an die innere Naturfreundeöffentlichkeit. In ihnen formulierte sich die grundsätzliche Kritik der Jugend am Altenverband und dessen Strategie, außer den sozialdemokratischen Positionen keine anderen Strömungen zuzulassen.